Die Geschichte der Geburtshilfe

Die Geburtshilfe in der Antike durch andere Frauen, ist schon in der Kleinkunst überliefert. Möglicherweise dienten Terrakottafigurinen mit Geburtshilfeszenen dazu die zuständigen Gottheiten um Beistand zu bitten oder die schwangeren Frauen zu beruhigen. Bis in die Neuzeit hinein war die praktische Geburtshilfe eine reine Frauendomäne, das bedeutet das sich damals nur Frauen um um dieses Thema gekümmert haben, wobei Männer sich in Theoretischen Schriften durchaus auch mit dem Thema befassten. Im christlichen Abend lang befand sich die Geburtshilfe nur in Händen unterrichteter Frauen. Man begnügte sie oft damit, in schwierigen Fällen geistliche zu gebärenden Frauen zu rufen. Diese Sicht ist jedoch nur zum Teil Richtig. Schon im 12 Jahrhundert gab es  ein ausführliches Werk über die verschiedenen Aspekte der Frauenheilkunde und der Geburtshilfe.

Die Geburtshilfe in der Neuzeit

Mit dem 16 Jahrhundert begann die Geburtshilfe medizinischer Ausrichtung Gestalt anzunehmen. Männliche Geburtshelfer waren zu dieser Zeit noch eine Seltenheit. So war es damals ungewöhnlich, dass König Ludwig XIV. bei der Entbindung seiner Geliebten Tochter Louise de LA Valliere, einen Wundarzt aus Arles hinzuzog, der danach offiziell zum Geburtshelfer des Hofes ernannt Wurde. In Deutschland blieb die Geburtshilfe weiterhin Domäne der Hebammen, die keine förmliche Ausbildung erhielten und ihr Wissen mündlich weitergaben. Vereinzelt gab es Schriften und Aufzeichnungen, die den Hebammen zur Unterstützung dienten. Diese Schriften zur Hilfe bei der Geburtshilfe fanden weite Verbreitung in ganz Europa und galten bis in die Neuzeit als Standardwerke. Im 15 Jahrhundert erschien dann ein Lehrbuch für Hebammen als Leitfaden zur Geburtshilfe.Im 18 Jahrhundert wurde für die Geburtshilfe die Geburtszange erfunden, die wie die anderen Instrumente im Allgemeinen nur von Ärzten benutzt werden durfte.

Geburtshilfe im 20 Jahrhundert

Im 20 Jahrhundert wurde das Geburtsgeschehen der Geburtshilfe ausnahmslos in Kliniken verlegt
Eine Ausnahme bildet das Reichshebammengesetz von 1938. Es verfügte über die staatliche Anerkennung der Hebammen und gab der Hausentbindung den Vorzug vor der Geburtshilfe. Hebammen wie auch Pädiater und Entbindungsstationen in den Kliniken wurden verpflichtet die Familien zu beobachten, Fehlbildungen und Krankheiten von neu geborenen Kindern sofort zu melden. Daher kann man zwar davon ausgehen, dass die nationalsozialistische Herrschaft die Hausgeburt popularisierte, jedoch aus anderen Gründen als den heute für die Hausgeburt ausgeführten. Dennoch sank seit den 1950 Jahren die Anzahl der Hausgeburten in Deutschland kontinuierlich. Ein wesentlicher Grund dafür war, dass seit 1968 die Krankenkassen die Kosten einer Geburtshilfe übernehmen. Ab den 1970 er Jahren wurden von Hebammen betreute Hausgeburten in Deutschland mehr und mehr zur Seltenheit.

Die Geburtshilfe in der Gegenwart

In den letzten Jahren führte die Zunahme der klinischen Entbindungen in einigen Industrieländern darüber hinaus zu einer stark vermehrten Zahl von Kaiserschnitt-Geburten. Seit 2010 gab es in Deutschland 201.213 Kaiserschnittentbindungen,das entspricht fast 32 Prozent aller 656.390 Entbindungen im Krankenhaus. Demgegenüber waren es im Jahr 2000 noch 160.183 Kaiserschnittentbindungen von insgesamt 746.625 Entbindungen, also 21.5 Prozent. Durch den Kaiserschnitt wollte man Zeit sparen, oder auch den Frauen den “ Leidensweg “ ersparen. Zum Glück findet man mehr und mehr zur natürlichen Geburt zurück. Heutzutage wird versucht der Frau die Geburt so gut wie möglich zu erleichtern. Es soll möglichst ein schönes Erlebnis für Mutter und Kind sein. Es wird genügend Zeit und eine gute Atmosphäre geschaffen. Eine Geburtshilfe ist da zum Beispiel die Wassergeburt. In Zürich und Umgebung, wie in Adliswil, Thalwil, Rüschlikon, Wollishofen, Horgen und Oberrieden finden sich Kliniken und Geburtshäuser, die dieses Form der Geburtshilfe anbieten.